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Symmetrische Verschlüsselung
Wir können nun beliebige Zeichenfolgen codieren und mit einer XOR-Operation verschlüsseln. Die Verschlüsselung erfolgt dabei blockweise, wobei jeder Block genau die Länge des Schlüssels hat. Die Verschlüsselung folgt diesem Schema:
Beispielsweise verschlüsseln wir einen Text mit dem Schlüssel ZUSE:
|EINE| SEH|R KL|EINE| SEN|SATI|ON|
XOR |ZUSE|ZUSE|ZUSE|ZUSE|ZUSE|ZUSE|ZU|
|@-. |ZFVM|HUXI|@-. |ZFVK|ITGL|U,|
Was fällt dabei auf?
Warum ist das ein Problem?
Moderne Block-Ciphers
Moderne Kryptographie-Verfahren funktionieren ganz ähnlich, aber es gibt ein zwei wesentliche Unterschiede:
1. Blockverschlüsselung: Statt einer XOR Operation wird bei der Verschlüsselung jedes Blocks eine kompliziertere Funktion verwendet. Das Ziel dabei ist, dass jeweils nicht nur ein einzelnes Bit des Schlüssels und des Klartexts kombiniert werden, sondern dass möglichst alle Bits miteinander vermischt werden. Ein einziger geänderter Buchstabe bewirkt, dass alle Stellen des Blocks verändert werden. In den Abbildungen steht statt XOR jeweils eine Box block cipher encryption (Blockverschlüsselung), die die kompliziertere Funktion enthält.
Wir haben aber trotzdem noch ein Problem: komplett gleiche Blöcke werden weiterhin gleich verschlüsselt. Wiederholt sich eine Klartext-Sequenz exakt mit der Blockgrösse, wird das Chiffrat ebenfalls an diesen Stellen gleich sein, was einem Angreifer auffallen dürfte. Zudem ist es für einen Angreifer nach wie vor möglich, verschlüsselte Blöcke einzufügen oder Blöcke zu löschen, ohne dass dies detektiert werden kann.
2. Verkettung: Aus diesem Grund werden die Blöcke nochmals miteinander verkettet (en. chaining): das Chiffrat des vorherigen Blocks wird mit dem Klartext des momentanen Blocks mit einer XOR-Operation verbunden. Dadurch ist jeder Block immer auch an den vorherigen Block gebunden, eine Änderung eines Buchstabens zu Beginn der Nachricht ändert auch alle folgenden Blöcke.
Der Ausdruck Block Chain ist auch aus der Welt der Cryptowährungen bekannt, die auf dem exakt gleichen Prinzip aufbauen: Ein neuer Block in der Block Chain basiert auf allen vorhergehenden Transaktionen der Währung.
Der Unterschied zwischen der Verschlüsselung ohne oder mit Chaining kann anhand eines verschlüsselten Bildes illustriert werden: Das zu verschlüsselnde Bild enthält viele weisse Pixel (= gleiche Blöcke). Bei entsprechender Blocklänge erscheinen die gleich verschlüsselten Blöcke immerzu im Ciphertext, und lassen übers ganze das Bild deutlich erscheinen. Im Gegensatz dazu enthält das Bild nur Rauschen, wenn es im Chaining-Modus verschlüsselt wurde (Quelle: Wikipedia: Electronic Code Book Mode):
Herausforderung: Verkettung
Nimm den Full-Block-Coder aus der Lösung der Aufgabe 4 und baue die Verkettung ein. Modifiziere sowohl die Verschlüsselung und die Entschlüsselung. Als Zumischung für den ersten Block definierst du einen Initialization Vector (s. Abbildung).
Achtung: Bei der Verschlüsselung wird zu jedem Klartext-Block der letzte chiffrierte Block dazugemischt (mit XOR). Bei der Entschlüsselung muss entsprechend ebenfalls der vorherige chiffrierte Block vor dem Entschlüsseln beigemischt werden:
Verkettung ausprobieren
Wende eine einfache Block-Verschlüsselung im ECB bzw. CBC-Modus an, und dokumentieren den Effekt in einem Dokument (OneNote, Word, Latex…).
- Wie sieht das verschlüsselte Bild aus?
- Was passiert mit anderen (längeren) Schlüsseln?
- Warum ist ein Schlüssel nur aus Grossbuchstaben ungünstig?
Vorgehen
Du benötigst ein Bild, z.B. penguin.png.
Speichere den folgenden Code in VS Code. Der Code verwendet die OpenCV-Bibliothek zur Bildverarbeitung. Sie muss einmalig im Terminal mit python -m pip install opencv-python installiert werden.
- Führe den Code aus - was zeigt das Bild?
- Ändere den Code, um den Effekt von verschiedenen Schlüssellängen und von Chaining auf das Chiffrat auszuprobieren!
- Dokumentiere die Resultate in OneNote / Word / Latex / Jupyter.